
https://www.youtube.com/watch?v=xSNxhxxXKhQ
US-Außenminister Marco Rubio
spricht auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Ein
überarbeitetes Video-Transskript von Aurelia Varnholt
Wir sind Verbündete, und wir sind kulturell miteinander
verbunden.
Wir wollen ein starkes Europa. Wir
glauben, dass Europa bestehen muss,
denn die beiden großen Kriege des vergangenen Jahrhunderts sind für uns eine
ständige Mahnung der Geschichte, dass unser Schicksal
letztlich mit dem euren verflochten ist und immer verflochten sein wird. Denn
wir wissen, dass das Schicksal Europas für unser
eigenes niemals bedeutungslos sein wird.
Nationale Sicherheit, um die es auf
dieser Konferenz größtenteils geht, ist nicht nur eine Reihe technischer Fragen
– wie viel wir für Verteidigung ausgeben, wo und wie wir sie einsetzen. Das
sind wichtige Fragen. Aber sie sind nicht die grundlegende Frage.
Die grundlegende Frage, die
wir zu Beginn beantworten müssen, lautet:
Was genau verteidigen wir?
Armeen kämpfen nicht für
Abstraktionen. Armeen kämpfen für ein Volk. Armeen kämpfen für eine Nation.
Armeen kämpfen für eine Lebensweise. Und genau das verteidigen wir: eine große
Zivilisation, die allen Grund hat, stolz auf ihre Geschichte zu sein, zuversichtlich
in ihre Zukunft zu blicken und stets Herr ihres eigenen wirtschaftlichen und
politischen Schicksals zu bleiben.
Hier in Europa wurden die Ideen
geboren, die die Saat der Freiheit pflanzten und die Welt veränderten. Hier
entstanden Rechtsstaatlichkeit, Universitäten und die wissenschaftliche
Revolution. Dieser Kontinent brachte das Genie von Mozart und Beethoven, von
Dante und Shakespeare, von Michelangelo und Leonardo da Vinci hervor – und auch
die Beatles und die Rolling Stones.
Hier zeugen die gewölbten Decken der
Sixtinischen Kapelle und die hoch aufragenden Türme des Kölner Doms nicht nur
von der Größe unserer Vergangenheit oder vom Glauben an Gott, der diese Wunder
inspirierte. Sie verweisen auch auf die Wunder, die uns in unserer Zukunft
erwarten.
Doch nur wenn wir ohne Entschuldigung
zu unserem Erbe stehen und stolz auf dieses gemeinsame Vermächtnis sind, können
wir gemeinsam die Arbeit beginnen, unsere wirtschaftliche und politische
Zukunft zu gestalten.
Die Deindustrialisierung war nicht
unvermeidlich. Sie war eine bewusste politische
Entscheidung – ein jahrzehntelanges wirtschaftliches Unterfangen, das unseren
Nationen ihren Wohlstand, ihre Produktionskraft und ihre Unabhängigkeit
genommen hat.
Auch der Verlust unserer Souveränität
über Lieferketten war nicht das Ergebnis eines gesunden Welthandelssystems. Es
war eine törichte, freiwillige Umgestaltung unserer Wirtschaft, die uns
abhängig gemacht und gefährlich verwundbar gegenüber Krisen gemacht hat.
Masseneinwanderung ist kein Randthema
von geringer Bedeutung. Sie war und ist eine Krise, die Gesellschaften im
gesamten Westen verändert und destabilisiert.
Gemeinsam können wir unsere
Volkswirtschaften reindustrialisieren und unsere
Fähigkeit wiederaufbauen, unsere Bevölkerung zu verteidigen. Doch die Arbeit
dieses neuen Bündnisses darf sich nicht nur auf militärische Zusammenarbeit und
die Rückgewinnung vergangener Industrien konzentrieren. Sie sollte sich auch
darauf richten, gemeinsam unsere Interessen in neuen Zukunftsfeldern
voranzubringen – unsere Innovationskraft, unsere Kreativität und unseren
dynamischen Geist zu entfesseln, um ein neues westliches Jahrhundert
aufzubauen.
Kommerzielle Raumfahrt,
fortschrittliche künstliche Intelligenz, industrielle Automatisierung und
flexible Fertigung, der Aufbau einer westlichen Lieferkette für kritische
Mineralien – sowie ein gemeinsamer Wettbewerb um Marktanteile in den
Volkswirtschaften des globalen Südens.
Gemeinsam können wir nicht nur die
Kontrolle über unsere Industrien und Lieferketten zurückgewinnen. Wir können in
den Bereichen erfolgreich sein, die das 21. Jahrhundert definieren werden.
Doch wir müssen auch die Kontrolle
über unsere nationalen Grenzen zurückgewinnen und entscheiden, wer und wie
viele Menschen in unsere Länder kommen. Das ist kein Ausdruck von
Fremdenfeindlichkeit. Es ist kein Hass. Es ist ein
grundlegender Akt nationaler Souveränität. Und das Versäumnis, dies zu tun, ist
nicht nur eine Vernachlässigung einer unserer grundlegendsten Pflichten
gegenüber unserem Volk – es ist eine akute Bedrohung für das Gefüge unserer
Gesellschaften und für das Überleben unserer Zivilisation.
Schließlich dürfen wir die sogenannte
globale Ordnung nicht länger über die vitalen Interessen unserer Völker und
Nationen stellen. Wir müssen das System internationaler Zusammenarbeit nicht
aufgeben. Und wir müssen die globalen Institutionen, die wir gemeinsam
aufgebaut haben, nicht demontieren. Aber sie müssen reformiert werden. Sie
müssen neu aufgebaut werden.
Die Vereinten Nationen haben
weiterhin enormes Potenzial, ein Instrument des Guten
zu sein. Doch bei den drängendsten Fragen unserer Zeit haben sie keine
Antworten geliefert und nahezu keine Rolle gespielt.
Sie konnten den Krieg in Gaza nicht
beenden. Stattdessen war es amerikanische Führung, die Geiseln befreite und
einen fragilen Waffenstillstand herbeiführte.
Sie haben den Krieg in der Ukraine
nicht gelöst. Es bedurfte amerikanischer Führung in Partnerschaft mit vielen
hier vertretenen Ländern, um die Parteien überhaupt an den Verhandlungstisch zu
bringen.
Sie waren machtlos gegenüber dem
Atomprogramm radikaler schiitischer Kleriker in Teheran – es brauchte präzise
militärische Schläge amerikanischer Streitkräfte.
Und sie waren nicht in der Lage, der
Bedrohung durch einen terroristischen Diktator in Venezuela zu begegnen – stattdessen handelten amerikanische Spezialkräfte.
In einer perfekten Welt würden all
diese Probleme durch Diplomatie gelöst. Doch wir leben nicht in einer perfekten
Welt. Und wir dürfen nicht zulassen, dass jene, die
unsere Bürger bedrohen, sich hinter abstrakten Begriffen des Völkerrechts
verstecken, das sie selbst missachten.
Dies ist der Weg, den Präsident Trump
und die Vereinigten Staaten eingeschlagen haben. Und es ist der Weg, den wir
Sie in Europa bitten, gemeinsam mit uns zu gehen.
Historischer Rückblick
Fünf Jahrhunderte lang expandierte
der Westen – Missionare, Pilger, Soldaten, Entdecker verließen seine Küsten,
überquerten Ozeane, bauten Reiche.
Doch 1945 schrumpfte er zum ersten
Mal seit dem Zeitalter des Kolumbus. Europa lag in Trümmern. Der Westen schien
im Niedergang.
Doch unsere Vorgänger erkannten:
Niedergang ist eine Entscheidung. Und sie weigerten sich, diese Entscheidung zu
treffen.
Wir wollen keine schwachen
Verbündeten. Wir wollen Verbündete, die sich selbst verteidigen können. Wir
wollen keine Verbündeten, die von Schuldgefühlen gelähmt sind. Wir wollen
stolze Nationen, die wissen, dass sie Erben einer
großen Zivilisation sind.
Wir haben kein Interesse daran, höfliche Verwalter eines
organisierten Niedergangs zu sein.
Wir wollen eine erneuerte Allianz – eine Allianz, die nicht
aus Angst handelt: Angst vor Klimawandel, Angst vor Krieg, Angst vor
Technologie. Sondern eine Allianz, die mutig in die Zukunft geht.
Eine Allianz, die ihre Macht nicht auslagert.
Eine Allianz, die nicht um Erlaubnis bittet.
Eine Allianz, die erkennt, dass das, was wir geerbt
haben, einzigartig und unersetzlich ist.
Denn das ist das Fundament des transatlantischen Bandes.
Persönlicher Teil
Für uns Amerikaner mag unsere Heimat
auf der westlichen Hemisphäre liegen – aber wir werden immer ein Kind Europas
sein.
Unsere Geschichte begann mit einem
italienischen Entdecker. Unsere ersten Kolonien wurden von Engländern
gegründet. Unsere Grenzen wurden von schottisch-irischen Siedlern geprägt. Der
Mittlere Westen von deutschen Einwanderern aufgebaut. Der Mississippi von
französischen Entdeckern. Der Mythos des Cowboys stammt aus Spanien. Und New
York hieß einst New Amsterdam.
Meine eigenen Vorfahren lebten vor
250 Jahren in Italien und Spanien. Sie hätten sich nicht vorstellen können, dass einer ihrer Nachfahren als Außenminister der
Vereinigten Staaten nach Europa zurückkehren würde.
Doch hier bin ich – als lebender
Beweis dafür, dass unsere Geschichten und Schicksale
untrennbar verbunden sind.
Schluß
Gemeinsam haben wir einen zerstörten
Kontinent wiederaufgebaut. Gemeinsam haben wir den Kommunismus überwunden.
Gemeinsam haben wir auf Schlachtfeldern von Korea bis Afghanistan gekämpft.
Und ich bin heute hier, um
klarzustellen:
Amerika beschreitet den Weg in ein neues Jahrhundert des Wohlstands – und
wir wollen ihn gemeinsam mit Ihnen gehen.
Mit einem Europa, das stolz auf sein Erbe ist.
Mit einem Europa, das sich verteidigen kann.
Mit einem Europa, das überlebt.
Gestern ist vorbei.
Die Zukunft ist unvermeidlich.
Und unser gemeinsames Schicksal wartet.
Danke.
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